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Nach der Sucht & mit kaltem Entzug

Der perfekte Alkoholiker


Seit 29 Jahren ist Julius trockener Alkoholiker. Als Suchtberater weiß er, dass bereits ein Glas reicht, um rückfällig zu werden. Julius versteht es jahrelang, seinen Alkoholismus so geschickt zu verbergen, dass selbst seine Frau lange Zeit nichts davon ahnt ...


Julius wird Mitte der 1950er-Jahre im Bayerischen Wald geboren. Der pfiffige Junge ist stets auf der Suche nach Abenteuern. Seine Neugier bringt den Siebenjährigen auch mit Alkohol in Berührung. Das erste Bier schmeckt Julius nicht, aber die Wirkung gefällt ihm. Er wird dadurch noch mutiger. Schnell wird der Alkohol sein ständiger Begleiter: beim Theaterspielen in der Schule, beim Fallschirmspringen in der Bundeswehr, als Religionslehrer im Unterricht.


Julius wird zum sogenannten Spiegeltrinker, die Sucht ist lange Zeit stärker als die Beziehung zu seiner Frau Albine, mit der er seit 45 Jahren zusammen ist. Diese ahnt jahrelang nichts. "Als Alkoholiker muss man perfekt sein. Und ich war besonders perfekt."


Als es ihm körperlich immer schlechter geht, beschießt Julius zu handeln. In Eigenregie führt er einen kalten Entzug durch. Es ist ein Kampf auf Leben und Tod. Er gewinnt ihn knapp und stellt die Weichen für seine Zukunft neu: Er wird Suchtberater bei der Caritas in Passau. Jahrelang kämpft er nicht nur gegen seine eigene Sucht, sondern steht auch anderen Abhängigen bei. Seit Kurzem ist er im Ruhestand und weiß, dass er auch diese Herausforderung meistern wird.


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