Gedanken zur Weihnachtszeit


Bild von Alois Grundner auf Pixabay

Alle Jahre wieder

kommt das Christuskind

auf die Erde nieder

wo wir Menschen sind.*


Schaut, was wir hier unten treiben.

in der, für ihm erdachten Zeit.

Sieht all' die Freuden, all' das Leiden

auf der Erde weit und breit.


Sieht nicht nur den Lichterglanz,

sondern auch die dunklen Schatten.

Überschaut das Schauspiel ganz:

Sieht auch die Armen unter Ratten.


Wird Zeuge auch von Attentaten.

Hört die Schüsse und Granaten.

Sieht, wie Völker Völker morden

in Afrika - an Asiens Orten.


Sieht Weihnachten als Blendwerk nur.

Vom wahren Frieden keine Spur.


Sieht hier die vollen dicken Bäuche,

dort die vor Hunger kranken Kinder.

Freut sich ein bisschen über Bräuche.

Erkennt Fassaden - schaut dahinter.


Schaut in, mit Waren vollgestopften Läden.

Sieht drinnen Menschen, die mit Wägen,

durch die Gänge irren, laufen,

um zu kaufen - kaufen - kaufen.


Sieht meistens große Hektik nur -

von stader Zeit kaum eine Spur.

Hört nur vereinzelt leise Töne:

Aus Kinderstuben - feine, schöne.


Die Kinder sind's auch, die dem Kind,

noch eine echte Freude sind.


Kennt die, die sich nur selbst beschenken.

Sieht aber auch die vielen Spenden -

das nur für Tage währende Erbarmen

mit Arbeitslosen und den Armen.


Kann in der Kirche Menschen seh'n,

die sonst nie in die Kirche geh'n.


Es schmerzt ihm, diese Heuchelei.


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Das Christkind weint:


"Bei all' dem Glanz, bei all' dem Schenken,

vergessen sie, an mich zu denken.

Nur noch in der Heil'gen Nacht

wird manchmal auch an mich gedacht."


"Egal - ich werde wieder kommen.

der Armen wegen - Guten, Frommen.

Der Kranken und der Kinder wegen,

Um zu bringen Gottes Segen."


"Auch wegen jene, die nur fluchen.

Morden, stehlen, Streit nur suchen,

um Sie dazu zu bewegen,

ihr teuflisch' Sinnen aufzugeben."


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Das Christkind sich ins Kisschen drückt:

"Gottlob! Nicht alle Menschen sind verrückt."


Erwin P. Kandel


*Die ersten vier Zeilen habe ich mir von Wilhelm Hey geliehen.

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