Die Tangobäuerin


Dieser Beitrag erzählt vom Leben einer Frau, die von der Wissenschaft über Schweinehaltung zum Tangotanzen kam. Von klein auf liebt Rosemarie Tiere. Sie könnte als Wissenschaftlerin Karriere machen, doch nach einem Ökologie-Studium arbeitet sie lieber als Schweinehirtin auf dem Öko-Gut Herrmannsdorf bei Glonn. Heute betreibt sie mit ihrem Partner, einem Geigenbauer und Tango-Lehrer, einen Bauernhof im Allgäu. Von ihrem Vater, einem Atom-Physiker, der häufig zwischen München und Kalifornien pendelt, bekommt Rosemarie Wegemann zwei Ponys geschenkt. Ihnen widmet sie ihre ganze freie Zeit. Von ihrer Mutter, einer Amerikanerin, lernt sie Klavier spielen. Rosemarie könnte als Wissenschaftlerin Karriere machen, aber ihre Liebe zu Tieren und der Wunsch, mit ihnen zu leben und zu arbeiten, sind stärker. Nach einem Ökologie-Studium und einer Landwirtschaftslehre arbeitet sie 17 Jahre lang als Schweinehirtin in den Herrmannsdorfer Landwerkstätten. Sie heiratet und gründet eine Familie. Doch Rosemarie geht so in ihrer Arbeit auf, dass die Ehe zerbricht. Mit ihrem Sohn und einer Schar Tiere zieht sie in ein Dorf im Schwarzwald. Dort stößt ihre Idee von einem Erlebnisbauernhof jedoch auf wenig Gegenliebe. Mit fast 50 Jahren muss Rosemarie noch einmal von vorne anfangen. Da verliebt sie sich in Arthur, einen schottischen Geigenbauer und Tangolehrer. Zusammen erwerben die beiden 2009 einen kleinen Bauernhof im Allgäu, den sie weitgehend ohne Motoren bewirtschaften. Die Arbeit ist sehr hart, das Geld stets knapp. Doch wichtiger als Bequemlichkeit ist ihnen ein verantwortungsvolles Leben mit ihren Tieren.


Autor: Arndt Wittenberg


TV-Sendung im BR Fernsehen vom 4.5.2020

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